n8n-Automatisierung: einen KI-Workflow Schritt für Schritt bauen
n8n-Automatisierung heißt letztendlich: Du nimmst wiederkehrende Aufgaben – zum Beispiel dein volles E-Mail-Postfach – und lässt sie sozusagen im Hintergrund von einem KI-Assistenten erledigen, Schritt für Schritt und zuverlässig. Das Tool n8n ist dabei die Leinwand, auf der du dir deinen Ablauf zusammenklickst, und [Fabian Zentel](/speaker/fabian-zentel) baut so einen Workflow einfach mal live auf.

Was n8n ist – und wofür sich die Automatisierung lohnt
n8n ist letztendlich ein Tool, mit dem du Workflows, Prozesse, Abläufe automatisierst – und zwar mit KI-Integration, sodass dir ein KI-Agent viele verschiedene Sachen abnehmen kann. Das wirkt am Anfang vielleicht etwas tech-lastig und ein bisschen bunt, aber wenn man einmal den Dreh raus hat, sich also ein bisschen reingefuchst hat, dann kann man damit sozusagen ungeheuer spannende Dinge bauen. Am einfachsten stellst du dir n8n als eine Leinwand vor, als so ein Canvas, auf dem du jetzt einfach alle Tools anknüpfst, bei denen irgendwas passieren soll.
Und wofür das Ganze? Kennst du das, dass du morgens ins Postfach schaust und dir denkst, das muss ich auch alles noch irgendwann abarbeiten? Genau da setzt so ein Assistent an: Er filtert vor, sortiert vor, schreibt schon mal Entwürfe und Zusammenfassungen, automatisch und zuverlässig. Denn kluge Köpfe verdienen, wie Zentel es formuliert, letztendlich mehr als dumme und langweilige Aufgaben. Wie so ein Assistent als Konzept funktioniert, steht ausführlich im Beitrag zu agentischer KI – hier bauen wir ihn jetzt einfach mal konkret.
n8n ist nicht das einzige Tool dieser Art: Grundsätzlich bieten Zapier, Make oder Lindy laut Zentel ähnliche Sachen an, bei manchen ist es ein bisschen leichter, bei manchen etwas schwieriger. Einen Überblick, wo solche Automatisierungen im Unternehmen andocken, gibt der Themen-Guide zur KI-Automatisierung.
Wie ein n8n-Workflow aufgebaut ist: Trigger, Nodes, Credentials
Eine Automation startet immer mit dem ersten Schritt, dem Auslöser – und das ist letztendlich der Domino-Stein, der alle anderen in Bewegung setzt. Die einzelnen Schritte, also die einzelnen Module danach, heißen bei n8n Nodes. Und wenn du per Doppelklick in so eine Node reingehst, dann hast du eigentlich immer links den Input vom Schritt davor, in der Mitte deine Einstellung und rechts das, was an den nächsten Schritt weitergegeben wird.
- Trigger (Auslöser): Der Domino-Stein, der den Workflow antriggert – zum Beispiel eine neue E-Mail mit einem bestimmten Label oder eine eingehende Chat-Nachricht.
- Nodes: Die einzelnen Module, die du auf die Leinwand ziehst und verbindest. Du kannst sie hin und her schieben, größer und kleiner machen, ganz wie du möchtest.
- Credentials: Jedes Tool – Gmail, Slack, das KI-Modell – verbindest du einmalig über Zugangsdaten beziehungsweise API-Keys. n8n hat zu jedem Tool eine kleine Anleitung dabei, wo du den Key findest und einträgst.
- KI-Agent plus Chat-Modell: Der Agent-Node braucht noch ein Chat-Modell, also die eigentliche KI. Da kannst du nehmen, wozu du Zugangsdaten hast – Gemini, Mistral, Claude oder ChatGPT.
Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas chaotisch aus, klar. Aber wenn du dich Schritt für Schritt reinfuchst, dann siehst du relativ schnell, wie sich das zusammensetzt – und dann kannst du damit grundsätzlich richtig geniale Dinge bauen.

Schritt für Schritt: ein E-Mail-Assistent in n8n
Machen wir es mal konkret. Der Assistent soll eingehende E-Mails in Kategorien einsortieren, dazusagen, wie sicher er sich ist und warum, für Anfragen und Support schon einen Antwortentwurf schreiben, Newsletter kurz zusammenfassen und für Action Points eine Erinnerung schicken. Und genau das setzt sich in n8n aus ein paar Nodes zusammen:
- 1Gmail-Trigger mit Label: Starte mit Gmail (Outlook geht genauso). Als Auslöser nimmst du ein selbst gesetztes Label wie „KI-Agent" – so gehen nur die markierten E-Mails in die Automatisierung, und du behältst die Kontrolle, welche Daten überhaupt rausgehen.
- 2Daten aufräumen (Set-Node): Zieh dir mit einer Set-Node nur die Felder heraus, die du wirklich brauchst – E-Mail-ID, Betreff, Absender, Inhalt, Datum. Dann ist es für die nächsten Schritte einmal sauber aufgeräumt.
- 3KI-Agent mit System Message: Gib dem Agenten unten in der System Message seine Rolle mit: „Du bist mein Assistent für die E-Mail-Klassifizierung." Dazu die Kategorien und das gewünschte Ergebnis. Den variablen Input hältst du in der User Message, das Verhalten im System Prompt.
- 4Output strukturieren (Code-Node): Die Antwort kommt erstmal als ein großer Block. Kopier ihn zu Claude oder ChatGPT und lass dir den Code für eine Code-Node schreiben, der den Output sauber trennt – bei komplexeren Workflows lohnt sich stattdessen ein Output-Parser.
- 5Label zuordnen und Switch: Gib der E-Mail in Gmail das passende Kategorie-Label. Danach entscheidet eine Switch-Node abhängig von der Kategorie, welche Route genommen wird – Anfrage, Newsletter, Action Point, jede geht ihren eigenen Weg.
- 6Aktion je Route: Für Anfragen legst du mit „Create Draft" einen Entwurf an – gib die Thread-ID mit, dann hängt er direkt im Antwortverlauf. Newsletter wandern als Zusammenfassung nach Slack, Action Points als kurze Slack-Erinnerung.
n8n kannst du erstmal kostenlos testen. Zu Zentels Workflow gibt es eine Vorlage zum Herunterladen: über die drei Punkte per „Import from File" hochladen, die Label-IDs anpassen, bei Bedarf Gmail durch Outlook oder Slack durch Telegram ersetzen – dann ist das Ganze grundsätzlich schon fast 1 zu 1 einsatzbereit. Wie du solche Abläufe systematisch aufbaust, lernst du in der KI-Weiterbildung der OGcon.
Datenschutz und Kontrolle: warum der Mensch die Hand drauf behält
Ein Wort zum Datenschutz, weil das bei so einem Assistenten sofort mitschwingt. n8n ist ein deutsches Startup, die Daten werden in Deutschland gehostet, und grundsätzlich sind die Rahmenbedingungen für DSGVO-Konformität gegeben, inklusive Auftragsverarbeitungsvertrag. Sobald du aber ChatGPT beziehungsweise OpenAI oder andere KI-Tools einbindest, musst du mit denen die entsprechenden Verträge natürlich selbst haben – und du gibst dem Agenten eben nur die Daten, die du auch rausgeben darfst. Genau dafür ist das Label am Anfang da: Du bestimmst, welche E-Mail wirklich in die Automatisierung geht.
Und am Ende? Lass das Ganze bitte nicht blind durchlaufen und Antworten automatisch verschicken. Deshalb landet der Antwortentwurf als Entwurf und geht nicht direkt raus – der Mensch spielt natürlich immer noch eine Rolle, kontrolliert nach und passt an. Dasselbe Muster funktioniert übrigens weit über E-Mails hinaus: bei der Content-Erstellung, beim Vorfiltern unkoordiniert eingehender Bestellungen, bei ersten Finanzauswertungen oder im Kundensupport – die Idee der agentischen KI bleibt immer gleich, nur die Aufgabe wechselt.

Häufige Fragen
Was ist n8n?+
n8n ist ein Automatisierungstool, mit dem sich Arbeitsabläufe (Workflows) aus einzelnen Modulen – bei n8n „Nodes" genannt – auf einer Oberfläche zusammensetzen und mit KI verbinden lassen. Ein Auslöser startet den Ablauf, danach arbeiten die Nodes Schritt für Schritt die Aktionen ab, etwa in Gmail oder Slack.
Ist n8n kostenlos?+
Laut Fabian Zentel lässt sich n8n zunächst kostenlos testen. Für den Einstieg reicht das, um einen ersten Workflow zu bauen und auszuprobieren, bevor man über einen kostenpflichtigen Plan oder Selbst-Hosting nachdenkt.
Brauche ich Programmierkenntnisse für n8n?+
Der Aufbau erfolgt visuell über verknüpfte Nodes, ohne klassisches Programmieren. Für einzelne technische Schritte – etwa das saubere Strukturieren des KI-Outputs in einer Code-Node – kann man sich den Code von einer KI wie Claude oder ChatGPT erzeugen und einfach einfügen.
Ist n8n DSGVO-konform einsetzbar?+
n8n ist ein deutsches Unternehmen, hostet die Daten in Deutschland und bietet laut Fabian Zentel die nötigen Rahmenbedingungen wie einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Bindet man zusätzlich externe KI-Anbieter wie OpenAI ein, müssen deren Datenschutzvereinbarungen separat geprüft werden, und man sollte nur unkritische Daten übergeben.
Was sind Alternativen zu n8n?+
Zentel nennt Zapier, Make und Lindy als Tools mit ähnlichem Funktionsumfang. Welches am besten passt, ist Geschmackssache – seine Empfehlung ist, ein bisschen auszuprobieren, wo man sich wohler fühlt.
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