KI im Alltag sinnvoll einsetzen
Was macht KI im Alltag eigentlich wirklich nützlich? Also, genau das ist die Frage, die sich Stefan Logar in seinem Vortrag stellt, und die Antwort, die er gibt, ist eigentlich ziemlich einfach, auch wenn er ziemlich lange dafür ausholt: klar sagen, was man wirklich braucht, dann wird die KI zu dem, was er einen Erfüllungsgehilfen nennt – bei der E-Mail, beim Rezept, bei der Steuerfrage, bei der Vorbereitung aufs Arztgespräch, das heißt, ziemlich überall, wo sonst Zeit oder Geld draufgeht. Nur eines macht sie dabei nie: den Menschen ersetzen.

Prompts sind die Schnittstelle zur KI
Ein Prompt, sagt Logar, ist im Grunde nichts anderes als ein Gesprächseinstieg, eine Frage, die man stellt, so wie man auch einem Menschen eine Frage stellen würde – und genau deshalb ist der Prompt für ihn die eigentliche Schnittstelle zur künstlichen Intelligenz, nicht das Modell dahinter, nicht die Technik, sondern das, was man reinschreibt. Ohne eine durchdachte Eingabe, das sagt er auch ganz offen, bleibt selbst das beste KI-Modell nur Mittelmaß, also, wer im Alltag wirklich etwas davon haben will, kommt an der eigenen Formulierung nicht vorbei, zumindest ein bisschen.
Das heißt jetzt aber nicht, dass man Informatik studiert haben muss, ganz im Gegenteil – es geht darum, ein Thema klar einzugrenzen und genug Kontext zu liefern, das heißt konkret: der KI so viel mitzugeben, dass sie aus der Masse an Daten die für einen wahrscheinlich beste Antwort herausfiltern kann. Wer die Grundlagen dahinter verstehen will, findet einen breiteren Einstieg im Überblick zu KI-Tools für Unternehmen.
Schwacher Prompt, starker Prompt: der Unterschied in der Praxis
Logar zeigt das an einem einfachen Beispiel aus seinem Vortrag, und genau da wird es greifbar: Ein oberflächlicher Prompt wie „Schreib mir etwas zum Thema digitale Webinare“ liefert eine ebenso oberflächliche, allgemeine Antwort zurück, also eine lange Liste an Aufgaben, Ziel, Inhalte, Technik, Werbung, Feedback, ganz, ganz viel Aufzählung, aber im Grunde keine wirkliche Hilfe. Wer stattdessen genau beschreibt, was er will, für wen, mit welchem Fokus, in welcher Form, der bekommt am Ende eine Antwort, mit der sich sofort weiterarbeiten lässt.
- Ein Thema, nicht zehn: Je mehr Fragen man in einen Prompt packt, umso breiter und ungenauer wird die Antwort. Ein Ansatzpunkt pro Prompt reicht.
- Genug Kontext geben: Wer sagt, für wen der Text ist und was er erreichen soll, bekommt eine Antwort, die näher an der eigenen Situation ist.
- Eigene Meinung raushalten: Wer einen Prompt in eine bestimmte Richtung formuliert, bekommt tendenziöse Antworten zurück – die KI verstärkt, was man ihr vorgibt.
- Spielraum lassen: Ein guter Prompt lässt sich umformulieren oder kürzen, ohne dass die Antwort komplett unbrauchbar wird.

Alltagsbeispiele: E-Mails, Rezepte, Anwaltsschreiben, Steuern
Ziemlich viele Alltagssituationen lassen sich damit abdecken, sagt Logar, und er zählt sie auf, so wie er es eben tut, wenn er in Fahrt kommt: eine Zielgruppe ausarbeiten, ein Rezept überlegen, die Steuererklärung vorbereiten, oder ein Anwaltsschreiben so weit vorformulieren, dass der Anwalt am Ende nur noch Feintuning macht – und genau darin liegt für ihn der eigentliche Alltagsnutzen, nicht das große KI-Projekt, sondern die kleine, wiederkehrende Aufgabe, die sonst Zeit oder Geld kostet.
Ein Anwaltstermin, sagt er, kostet schnell 100 bis 400 Euro die Stunde, also, wer sein Anliegen vorher mit der KI strukturiert, spart sich damit oft ein bis zwei Beratungsstunden – das heißt konkret: weniger Kosten bei gleichem oder sogar besserem Ergebnis. Wichtig ist ihm dabei aber, und das betont er, eines: Die KI ersetzt nichts, sie bereitet nur vor.
„Eine KI ersetzt aber Menschen nicht.“ Diesen Satz wiederholt Logar wie einen Refrain, quer durch den ganzen Vortrag – die KI liefert Vorarbeit, Perspektive, Struktur, das heißt, die eigentliche Entscheidung und der menschliche Kontakt, die bleiben beim Menschen.
Große Texte in Etappen füttern
Bei umfangreichen Texten, also etwa einem langen Aufsatz oder einer Abiturarbeit, rät Logar dazu, nicht den kompletten Text auf einmal einzugeben – sondern Schritt für Schritt: einen Abschnitt geben, gezielt nachfragen, was daran besser werden könnte, und dann, erst dann, selbst überarbeiten. Genau so bleibt man in der Kontrolle über das Ergebnis, statt der KI die ganze Arbeit zu überlassen.
Und das gilt für ihn genauso bei Alltagsfragen, die einen erst mal überfordern, ganz gleich welches Thema: lieber in kleinen, klar umrissenen Schritten mit der KI arbeiten, als eine einzige riesige Frage in den Raum zu werfen und sich dann von der Antwort erschlagen zu lassen.
Wo die Grenze bleibt: KI als Vorbereitung, nicht als Ersatz
Logar erzählt dazu auch ein Beispiel aus dem eigenen Familienalltag, ziemlich persönlich: Seine Kinder hatten Hustensymptome, er hat das der KI geschildert, eine erste Einschätzung bekommen – und ist trotzdem zum Arzt gegangen, ganz normal. Die KI-Antwort hat ihm nur geholfen, vorbereitet ins Gespräch zu gehen, einzuschätzen, ob die Diagnose des Arztes zu dem passt, was er vorher schon vermutet hat, das heißt, sie war Vorbereitung, nicht Ersatz für den Arztbesuch.
Und genau dieses Muster, KI zur Vorbereitung nutzen, die eigentliche Entscheidung und den menschlichen Kontakt aber nicht ersetzen, zieht sich durch alle Alltagsbeispiele, die er bringt. Wer KI-Ergebnisse nutzt, sollte das laut Logar außerdem transparent kennzeichnen – also, ganz konkret, etwa bei Social-Media-Posts oder Texten, die mit KI-Unterstützung entstanden sind.

Häufige Fragen
Wie kann ich KI im Alltag sinnvoll nutzen?+
Am besten für konkrete, wiederkehrende Aufgaben: E-Mails formulieren, Rezepte oder Steuerfragen vorbereiten, Anwaltsschreiben vorformulieren oder dich auf ein Arztgespräch vorbereiten. Entscheidend ist ein klar formulierter Prompt statt einer vagen Frage.
Was macht einen guten Prompt im Alltag aus?+
Ein Thema statt zehn, genug Kontext zur eigenen Situation, keine eigene Meinung in die Formulierung einbauen und Spielraum für Anpassungen lassen. Ein oberflächlicher Prompt liefert eine oberflächliche, allgemeine Antwort.
Ersetzt KI im Alltag menschliche Expertise?+
Nein. KI bereitet vor, liefert Struktur und Perspektive – die eigentliche Entscheidung, das Fachgespräch oder der Arztbesuch bleiben beim Menschen. Stefan Logar bringt es auf den Punkt: Eine KI ersetzt Menschen nicht.
Wie gehe ich mit langen Texten in der KI um?+
Nicht den kompletten Text auf einmal eingeben, sondern in Abschnitten vorgehen: einen Teil geben, gezielt nachfragen, was verbessert werden kann, und dann selbst überarbeiten. So bleibt das Ergebnis kontrollierbar.
Muss ich KI-Nutzung im Alltag kennzeichnen?+
Bei veröffentlichten Inhalten wie Social-Media-Posts oder Texten ist eine transparente Kennzeichnung sinnvoll und fair – etwa ein Hinweis, dass ein Text oder Bild mit KI-Unterstützung entstanden ist.
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