Generative Engine Optimization (GEO): Sichtbarkeit in KI-Suchen
Ist SEO tot? Alle halbe Jahre wird das behauptet, sagt Eico Schweins. Diesmal angeblich wegen GEO, Generative Engine Optimization. Schweins' Antwort gleich vorweg: nein. GEO ersetzt SEO nicht, sondern baut darauf auf – wer in klassischen Suchergebnissen gut steht, hat die Basis, die eine KI überhaupt erst findet und zitiert.

Ist SEO tot? Was GEO wirklich ist
Alle halbe Jahre wird SEO für tot erklärt. Ist so, sagt Eico Schweins, Gründer der Search-Marketing-Agentur V4Visions, gleich zu Beginn seines Vortrags. Diesmal soll es GEO sein, das SEO endgültig beerdigt. Also, dementsprechend erstmal sauber trennen: SEO steht für Search Engine Optimization. Auffindbarkeit in klassischen Suchmaschinen, Google, fertig. GEO steht für Generative Engine Optimization – Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini. Und zwar nicht im Sinne von "gefunden". Im Sinne von "erwähnt und zitiert".
Dazu kursieren dann noch ein paar andere Begriffe, meine lieben Kollegen der Marketingbranche haben da fleißig mitgemischt: Im deutschsprachigen Raum hat sich GEO durchgesetzt, in den USA eher AEO, Answer Engine Optimization. Dazu LLMO, Search Everywhere Optimization, oder einfach KI-SEO. Schweins' Einordnung: Marketingbegriffe. Keine wissenschaftlichen Definitionen. Meinen im Kern alle dasselbe. Welcher Begriff am Ende gewinnt? Zweitrangig.
Krasse Wachstumsraten bei ChatGPT als Suche innerhalb weniger Monate, das hat Schweins in seinem Vortrag gezeigt. Trotzdem: Die klassische Suche dominiert weiterhin. Ganz klar. Selbst Google zieht ja mit KI-Overviews längst nach. Sein Fazit an der Stelle: GEO ist gerade ein Trendthema mit Zukunftspotenzial. Das große Geld bringt es im Vergleich zu klassischem SEO aber noch nicht.
Trainingsdaten oder RAG: Wofür optimiert man eigentlich?
Wofür optimiert man eigentlich, bevor es konkret wird? Zwei Dinge, die ständig durcheinandergeworfen werden: Trainingsdaten und RAG. Trainingsdaten, das ist die Schulbildung einer KI, bildlich gesprochen. Die Datenmenge, mit der ein Modell vor seinem Release trainiert wird. Alles danach – kennt die KI nicht, jedenfalls nicht aus den Trainingsdaten. RAG steht für Retrieval Augmented Generation. Die Fähigkeit, zusätzlich zum trainierten Wissen aktuelle Informationen über eine Websuche nachzuladen. Genau das hat aus starren Modellen ohne Aktualitätsbezug die KI-Suchen gemacht, die wir heute kennen.
Für die Trainingsdaten optimieren? Wenig sinnvoll, sagt Schweins. Welche Quellen in ein Modell einfließen, entscheiden die Entwickler lange vor dem Release, nach Kriterien, die von außen kaum jemand kennt. Man optimiert dann quasi für eine Zukunft, deren Regeln man gar nicht kennt. Hoch ineffizient. Kaum wirtschaftlich zu betreiben. Beim RAG-Mechanismus sieht die Sache anders aus. Im Endeffekt ist das nämlich eine ganz klassische Websuche im Hintergrund.
Und genau da wird's interessant: ChatGPT, Claude und Co. greifen für aktuelle Informationen mehrheitlich auf bestehende Suchmaschinen zurück, vor allem auf Google- und Bing-Daten. Wer für die KI-Websuche relevant sein will, muss also erstmal in den klassischen Suchergebnissen weit oben stehen. Eine KI zieht die Top-Ergebnisse heran. Nicht Platz 80. Nicht Platz 90.
Wer für KI-Suchen relevant sein will, muss für die klassische Suche relevant sein. Dementsprechend: Wer gutes GEO will, braucht gutes SEO als Grundlage. Verdammt, das haben einem auf LinkedIn aber alle ganz anders erzählt.

GEO und SEO: die Gemeinsamkeiten
Mach deine SEO-Hausaufgaben. Das ist im Grunde der erste große Block von Schweins' Vortrag, runtergebrochen auf einen Satz. In vier Bereichen gilt für GEO nämlich dasselbe wie für SEO schon seit Jahren:
- Technik: Die Website muss für Bots crawl- und indexierbar sein, mobil optimiert, vollständig HTTPS-verschlüsselt, mit sinnvollen Structured-Data-Auszeichnungen versehen und schnell laden. Core Web Vitals gehören dazu.
- Content: Inhalte müssen die Google-EAT-Kriterien erfüllen: Erfahrung aus erster Hand, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Eine klare Überschriftenstruktur (H1, H2, H3) und eine FAQ-Sektion helfen beiden – Suchmaschine wie KI.
- On-Page: Modernes, nutzerfreundliches Design, klare Navigation, gut lesbares Text-Layout und schnelle Ladezeit zahlen auf Nutzersignale ein, die wiederum in die Suchergebnisse zurückfließen.
- Off-Page: Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, Einträge in relevanten Verzeichnissen und Backlinks von vertrauenswürdigen Quellen wie Medien, Universitäten oder Institutionen bleiben wichtige Vertrauenssignale.
Nichts Neues, alles schon mal gehört, wer sich mit SEO beschäftigt hat. Für GEO reicht das aber allein nicht. Dementsprechend lohnt sich jetzt der Blick auf die Unterschiede.
GEO und SEO: wo es sich unterscheidet
Also, in denselben vier Bereichen zeigt sich jetzt, wo GEO eigene Wege geht. Technisch heißt das: KI-Bots so gut wie möglich an die Hand nehmen. HTML-Auszeichnungen für den Main-Content, viel Structured Data, FAQ, Produkt, Autor. Und Vorsicht bei stark JavaScript-lastigen Seiten – nicht alle KI-Bots rendern JavaScript zuverlässig. Erledigt sich mit der Zeit von selbst, vermutet Schweins, so wie einst bei Googles eigenem Crawler auch.
Beim Content zählt vor allem eines: Was ohnehin in den Trainingsdaten steckt, löst keine Suche aus. Wird nicht extra nachgeschlagen. Aktuell, spezifisch, idealerweise einzigartig – das ist es, was eine KI-Suche tatsächlich auslöst und zitierfähig macht. Sprachlich empfiehlt Schweins: klar, präzise, ohne Marketing-Gewäsch. Die umgekehrte Pyramide aus dem Journalismus, wichtigste Information zuerst statt reißerischer Überschrift mit versteckter Antwort. Scannbare Struktur mit Zwischenüberschriften. Frage-Antwort-Stil. Und eine kurze Zusammenfassung direkt am Textanfang, die sich als Zitat eignet.
Am deutlichsten verändert sich für Schweins der Off-Page-Bereich. Für GEO zählen Erwähnungen. Nicht zwingend Links. Wer in Bestenlisten, Verzeichnissen, Podcasts, auf YouTube oder durch Kundenbewertungen auf mehreren Plattformen positiv erwähnt wird, taucht wahrscheinlicher in KI-Antworten auf – auch ohne dass jede Erwähnung verlinkt ist. Ein Bürgermeister, der in einer Dankesnote auf der Rathaus-Website erwähnt wird, ohne verlinkt zu werden? Hilft SEO wenig. Für GEO reicht die Erwähnung völlig.

Fazit: GEO als Erweiterung, nicht als Ersatz
Also, ist SEO jetzt tot? Nein. Schweins' Antwort am Ende seines Vortrags ist eindeutig. SEO hat eine Facette mehr bekommen, mehr nicht. GEO und SEO kannibalisieren sich nicht. Die arbeiten miteinander – bei SEO geht es darum, in der klassischen Suche gefunden zu werden und Traffic zu generieren, bei GEO darum, als Quelle in KI-Antworten aufzutauchen und idealerweise von dort aus noch zusätzlichen Traffic auf die eigene Website zu bekommen.
Und dann noch das Schlussbild, mit dem Schweins seinen Vortrag zumacht: Wenn SEO der Kuchen ist, dann ist GEO Sahne, Kirschen und die Schokoflocken oben drauf. Sprich, es geht auch ohne. Aber so richtig gut schmeckt es erst mit. Wer die SEO-Basis schon hat, tut sich beim GEO-Aufbau deutlich leichter – das bleibt die Kernbotschaft. Wie Unternehmer sich generell an aktuelle KI-Entwicklungen wie GEO herantasten, zeigt die KI-Weiterbildung der OGcon.

Häufige Fragen
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?+
Generative Engine Optimization ist die Optimierung der eigenen Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini – also dafür, dort als Quelle erwähnt und zitiert zu werden, statt wie bei klassischem SEO in Suchergebnissen zu erscheinen.
Was bedeutet GEO-Optimierung?+
GEO-Optimierung ist ein gängiges Synonym für Generative Engine Optimization: Maßnahmen an Technik, Content und Erwähnungen, damit KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity die eigene Website als Quelle finden und zitieren – aufbauend auf einer soliden SEO-Basis.
Ist SEO durch GEO überflüssig geworden?+
Nein. Laut Eico Schweins baut GEO auf SEO auf, statt es zu ersetzen: KI-Systeme greifen für aktuelle Informationen überwiegend auf klassische Suchmaschinen zurück, sodass gutes SEO die Grundlage für gutes GEO bleibt.
Sollte man für die Trainingsdaten einer KI oder für RAG optimieren?+
Für RAG (Retrieval Augmented Generation), also die Websuche im Hintergrund von KI-Suchen. Trainingsdaten werden lange vor dem KI-Release nach unbekannten Kriterien ausgewählt, dafür zu optimieren ist ineffizient. RAG-Optimierung ähnelt dagegen bekanntem SEO und ist beobachtbar.
Was zählt bei GEO mehr: Backlinks oder Erwähnungen?+
Erwähnungen. Anders als beim klassischen SEO reicht für GEO eine positive Erwähnung auf einer relevanten Seite – etwa in Bestenlisten, Verzeichnissen oder Podcasts – auch ohne verlinkten Backlink, damit KI-Systeme eine Quelle als relevant einstufen.
Sei bei der nächsten OGcon wieder dabei.
Trag dich in die Warteliste ein und erfahre als Erste:r, sobald die nächste OGcon startet.
Mit dem Eintragen willigst du ein, dass dich die Veranstalter der OGcon — Benno Siebern (MetaWelten) und Markus Habermehl (Pundamilia Marketing OÜ) — per E-Mail über die nächste Ausgabe informieren. Abmeldung jederzeit über den Link in jeder E-Mail. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.